Die Feuerwehr GlaStaWei und der Feuerwehrpikett-Verein begaben sich gemeinsam auf eine echte Zeitreise – nicht mit einer Maschine, sondern mit Neugier, einem Mietbus und dem bewährten Team: Bruno (Fahrer), Fredi (Reiseleiter) und Mättu (Navigator). Pünktlich um 07:15 Uhr rollten wir los, 13 Zeitreisende Richtung Bodensee.
Erste Station: Stockach, 2025 n. Chr.
Doch bevor es in die Vergangenheit ging, stärkten wir uns in der Meisterbäckerei Schneckenburger – wo die Brötchen so frisch waren wie die Erlebnisse, die vor uns lagen.
6000 Jahre zurück: Pfahlbauer und ihre Geheimnisse
Im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen wartete die erste Zeitmaschine: Plötzlich stand man nicht mehr auf Beton, sondern auf Bohlen, umgeben vom Plätschern des Sees und dem Duft von Holz. Hier, zwischen Bronzemessern mit Hirschgeweihgriff, zerbrechlichen Keramikgefässen und Steinbeilen, wurde Geschichte greifbar. Wie müssen die Hände ausgesehen haben, die diese Werkzeuge einst hielten? Das Archaeorama katapultierte uns dann literal unter Wasser – zwei fiktive Taucher führten uns durch die versunkenen Pfahlbauten, während draussen die realen Hütten im Sonnenschein lagen, als wären ihre Bewohner nur kurz zum Fischen gegangen. Ein Kontrast, der Gänsehaut machte.
Und dann: der Schock der Rückkehr. Einen kurzen Fussmarsch später sassen wir in der Besenbeiz Hofgut Möking, ein Glas Most in der Hand, die Smartwatches am Arm – zurück im Jahr 2025.
Von Höhlen und Horizonten
Nach dem Mittagessen im Restaurant Aubach bei Frickingen wartete die Freundschaftshöhle wie ein Tor in eine andere Epoche. Der Bohlenweg knarrte unter unseren Füssen, als würde er flüstern: "Hier war schon jemand vor euch." Oben angekommen, öffnete sich ein Panorama, das seit Jahrhunderten gleich geblieben sein musste: Schloss Heiligenberg, der glitzernde Bodensee, die Alpen im Dunst. Haben hier vor 500 Jahren die Höhlenbewohner gestanden und dasselbe gesehen? Oder fürchteten sie sich vor der Weite, die wir heute so bewundern?
Abendstimmung und Gastfreundschaft
Der Tag klang aus wie eine gute Geschichte: Nach einer Art Sternmarsch trafen wir uns im Restaurant Zugvogel in Leustetten. Das Naturbad lockte verführerisch – doch die Saison war vorbei, als hätte jemand die Zeit auch hier angehalten. Stattdessen tauchten wir ein in griechische Spezialitäten und griechischen Wein im Hotel Stern in Nusplingen. Die Nachtruhe war wohlverdient, aber die Köpfe voller Bilder: von Feuerstein, Flammen und der Frage, wie unsere Vorfahren eigentlich schliefen, wenn sie keine Matratzen hatten.
Sigmaringen, 1893: Als das Hohenzollernschloss brannte
Der nächste Morgen begann harmlos – doch dann transferierte uns Fredi mit seiner gebuchten Führung "Brandheiss – Der rote Hahn und der Feuerregen" mitten in die Katastrophe des 19. Jahrhunderts. Der äusserst kompetente Führer, Thomas Westhauser, gekleidet in preussischer Feuerwehruniform, entfaltete das Drama vom Grossbrand 1893: die hilflosen Löschversuche mit Eimern, der Elektriker mit der Lötlampe, der den Brand auslöste, die wertvollen Gemälde, die in letzter Sekunde gerettet wurden. Man roch förmlich den Rauch, als er beschrieb, wie sich die Flammen durch die Gänge frassen. Aufgrund des immensen Schadens am Hochschloss hat der Fürst für zahlreiche Verbesserungen im Brandschutz gesorgt. Thomas Westhauser hat in Archiven und Feuerwehrchroniken recherchiert und ein Buch über den Brand geschrieben. Er ist nicht nur ehemaliger Sigmaringer Feuerwehrkommandant, sondern auch Hauptbrandmeister. Dank der zahlreichen Feuerwehrleute konnte der Mittelbau gehalten werden.
Kelten, Wälle und ein Menü mit Geschichte
Weiter zurück gings – diesmal 2500 Jahre. Die Heuneburg erhob sich wie eine vergessene Festung aus dem Boden, ihre Wälle und Grabhügel sprachen von einer Zeit, als "Deutschland" noch ein Fremdwort war. Beim Mittagessen im Gasthaus Engel in Herbertingen gabs unter anderem Kelten-Kulinarik.
Rückkehr mit Kaffee und Geschichten
Langsam schälte sich die Gegenwart wieder heraus: Im Café Park 1 in Singen liessen wir die Reise wie einen Film Revue passieren:
- Die Pfahlbauer, die vielleicht denselben Sonnenaufgang sahen wie wir.
- Die Höhle, die bewohnt war.
- Das Schloss, das sein Feuer-Trauma in dicken Mauern konserviert hat.
- Und Fredi, der uns durch all diese Epochen lotste.
Vielen Dank an alle, die diese Zeitreise möglich machten!
Besonders an Fredi – für die perfekte Mischung aus Planung und Spontanität, aus Fakten und Gänsehautmomenten. Denn eine gute Zeitreise lebt nicht von Daten, sondern davon, dass man hinterher das Gefühl hat: "Ich war wirklich dort." Und das hatten wir.
Die besuchten Orte sind in dieser Karte ersichtlich: https://www.mapcustomizer.com/map/Feuerwehrreise_2025





















































































